Chili — ein wahres Allheilmittel

Chili sind alles andere als einfach nur scharf.


Wir kennen alle die kleinen scharfen Chilis, die auch als Gewürzpaprika bezeichnet werden. Wie schön für uns, dass einst Columbus diese kleine Wunderpflanze nach Europa brachte, denn sie ist nicht nur hilfreich für unseren Körper, sondern auch für unseren Geist.


Es gibt Chilis in allen Formen, Größen und Schärfegraden, die nicht unbedingt für jeden geeignet sind. Hier gilt es daher vorsichtig zu testen. Die schärfste Chilischote der Welt ist übrigens die Nasa Jolokia mit mehr als 1 Mio. Scoville-Einheiten (das ist die Einheit, in der der Schärfegrad gemessen wird; eine Gemüsepaprika hat beispielsweise nur 500 Scoville-Einheiten, die bekannte Habanero-Chili wiederum ca. 350.000 Scoville-Einheiten).


Der scharfmachende Inhaltsstoff ist das Capsaicin (Paprika = Capsicum), welcher als stärkster natürlicher Scharfmacher gilt. Die Schärfe geht lediglich von den Kernen aus.


Das Capsaicin ist durch die enthaltenen Schleimhautstoffe gut bei Behandlung von Magengeschwüren oder Gastritis und seine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung schützt den Körper vor diversen Krankheitserregern wie Bakterien und Pilze. Was viele nicht wissen ist, dass frische Chili dreimal so viel Vitamin C enthalten als Zitrusfrüchte, so dass sie perfekt geeignet sind, um das Immunsystem zu stärken.


In Winterzeiten, wo unser Stoffwechsel oft nicht so schnell funktioniert wie im Sommer, sind Chilis besonders anzuraten, da sie den Stoffwechsel anregen und dafür sorgen, dass verstärkt Katecholamine (z. B. Dopamin) ausgeschüttet werden. Aus diesem Grund wird Chili heute auch häufig in Wärmepflastern zur Linderung von Schmerzen bei Rheuma oder einem Hexenschuss , Migräne oder Gürtelrose verwendet.

Um den Blutzuckerspiegel langfristig zu senken, ebenso wie die Blutfettwerte, ist ein regelmäßiger Chilikonsum definitiv anzuraten. Einen positiven Nebeneffekt stellt sicherlich seine stimmungsaufhellende Wirkung dar. Der Weg zur besseren Stimmung ist vielleicht etwas ungewöhnlich, denn die Schärfe auf der Zunge empfindet der Körper als Schmerz und schüttet daher vermehrt Hormone wie Adrenalin und Endorphine aus und die Hormone sorgen für Glücksgefühle und eine Verbesserung der Stimmung. Tatsächlich sollte man für diese Effekte die kleinen roten, recht scharfen Schoten am besten täglich verzehren.


Das Verzehren fällt einem eigentlich nicht wirklich schwer, da man Chili wirklich sehr gut zur Aromatisierung von Speisen verwenden kann. Hierbei rate ich, für Salate eher Sorten wie New Mex oder Peperoncini zu verwenden und schärfe Chilis eher für Eintöpfe, Gemüsepfannen oder Bohnengerichte. Auch in Süßspeisen kann Chili eine wundervolle Geschmacksnote bedeuten. Probieren Sie es einfach mal aus.


Achten Sie darauf, dass Sie nach dem Schneiden der Chili nicht mit den Händen in die Augen oder an die Nase fassen, denn das wird reichlich Tränen erzeugen. Auch beim Zermahlen von Chilis in elektrischen Mühlen sollten Sie acht geben, denn das Zerkleinern von getrockneten Chilis in Mühlen kann ähnliche Wirkungen wie Tränengas erzeugen durch die Anreicherung der Luft mit dem Capsaicin.


Wenn Sie das Gericht nicht ganz so scharf haben wollten, entfernen Sie einfach alle oder einen Teil der Kerne.


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