Die Heidelbeere - wirklich ein Superfood oder einfach nur Trend?

Die Heidelbeere wird inzwischen überall als grandioses, gesundheitsförderndes Superfood mit hoher antioxidativer Wirkung dargestellt. Aber stimmt das wirklich? Ich wollte es genauer wissen.


Wie kommt es, dass die Heidelbeere sich in den letzten Jahren einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreut? Vermutlich sind hier Ernährungsformen wie Paläo und Bücher wie „Krebszellen mögen keine Himbeeren“ nicht ganz unschuldig.


Die heutigen Kulturheidelbeeren haben mit der ursprünglichen amerikanischen Urform nicht mehr viel gemein. Die Beeren sind mittlerweile größer und enthalten nur noch eine kleine Menge der gesundheitsfördernden Farbstoffe, der Anthocyane. Da diese Stoffe in den Wildbeeren Zähne und Kleidung blau gefärbt haben, wurden sie von amerikanischen Züchtern im 19. Jahrhundert entfernt.


Heute findet man die Wildform nur noch auf Heiden und in Mooren und sind hier eher unter dem Begriff Schwarzbeere, Moosbeere, Bickbeere oder Heubeere bekannt.


Heidelbeeren schützen Zellen und Gefäße


Die Anthocyane schützen und stärken unsere Blutgefäße, regulieren den Blutzuckerspiegel, schützen die Schleimhäute und verbessern die Seekraft.


Jedoch finden sich die Inhaltsstoffe vornehmlich in der wilden Beere. Hier befinden sich die Anthocyane nämlich sowohl in der Schale, als auch im der Frucht selbst. Das Wort Anthocyane setzt sich aus den griechischen Begriffen anthos für Blüte, oder Blume und kyáneos für dunkelblau zusammen. Diese Farbstoffe sind wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die Früchten oder Blüten ihre rote, violette, blaue oder schwarze Farbe geben. Sie werden auch sekundäre Pflanzenstoffe genannt und dienen der Pflanze zum Schutz vor UV-Strahlung, locken Bestäuben an und binden sogenannte freie Radikale, welche gesunde Zellen angreifen können. Solche aggressiven Sauerstoffverbindungen entstehen auch im menschlichen Körper, z.B. durch Stoffwechselprozesse, Entzündungen, oder Einflüsse durch Umweltverschmutzung, Zigarettenrauch, UV-Strahlung oder Ozon. Die, in den Heidelbeeren enthaltenen Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) können diesen Vorgang als starke Antioxidantien unterbinden.


Somit wirken sich diese nicht nur auf unsere Blutgefäße, sondern auch auf unsere Alterungsprozesse aus, die sie verlangsamen, so dass ein regelmäßiger Verzehr durchaus ein gutes Anti-Aging-Mittel darstellen kann.


Myrtillin ist ein weiterer Farbstoff, der bis zu zehn Prozent der Wildheidelbeere ausmacht und sich somit extrem positiv auf die Gesundheit des Menschen auswirken kann, sofern man ihn regelmäßig zu sich nimmt.


Aber auch die Menge an Mineralien kann sich durchaus sehen lassen. So enthalten 100 Gramm Heidelbeeren sieben Gramm Kohlenhydrate, ein Gramm Fett und Eiweiß und fünf Gramm Ballaststoffe. Vitamine sind zwar nur in kleinen Mengen, dafür aber in einer großen Bandbreite vorhanden (Vitamin A, B1, B2, B3, B6, B7, B9, C, E und K. An Mineralstoffen bieten die Beeren Mangan (gute Quelle, welche die Bildung von Knorpel- und Bandscheibengewebe fördert und bei der Neutralisation von freien Radikalen gebraucht wird), Eisen, Zink, Kupfer und Natrium.


Und als wären das nicht schon genug heilsame Wirkungen, reduziert die Heidelbeere chronische Entzündungen im Körper.


Unserem Immunsystem tun die Beeren aufgrund ihres guten Gehaltes an Vitamin C sehr gut, so dass sie schlussendlich den Namen eines Superfoods durchaus verdient haben und in unserer Küche definitiv nicht fehlen sollten.


Da man heute kaum noch wilde Beeren zu kaufen bekommt, schlage ich vor, auf die Beere in Pulverform zurückzugreifen.

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