Gemüse macht nicht satt, oder?

Diesen Satz hört man ja immer mal. Gemüse reicht uns nicht, um längerfristig satt zu bleiben, und wenn man dann auch noch Weizen reduzieren soll, weil dieser nicht nur nicht gesund ist, sondern zusätzlich auch noch dick macht (Lesen Sie dazu die „Weizenwampe“ von Dr. med. William Davis), kann man ja gleich aufhören zu essen.

Nun, ich esse vorwiegend vegan und treibe zusätzlich viel Sport und hatte noch nie das Gefühl, nicht satt zu werden. Im Gegenteil. Ohne Gemüse fehlt mir inzwischen etwas und ich habe viel weniger Energie. Vegan heißt aber auch nicht: Gemüse dünsten, Reis oder Kartoffeln dazu und fertig. Ich habe das Gefühl, dass aber genau das die Ansichten sind, die viele immer noch vertreten. Wenn wir mit Freunden grillen, dann gibt es bei uns z. B. kaum Fleisch, dafür aber Brot mit verschiedenen Dips, mehrere Salate und Antipasti, bzw. gegrilltes Gemüse. Selbst absolute Fleischesser essen bei uns dann eher die anderen Sachen, als einfach nur Fleisch.


Die vegane Küche lebt von der Vielzahl an Gewürzen und Gewürzkombinationen. Es macht wirklich Spaß, hier zu variieren und immer wieder festzustellen, wie man den Geschmack des Gemüses mit einfachen Mitteln in eine völlig andere Richtung lenkt. Oder wie man gesundheitliche Aspekte beim Würzen berücksichten kann: Ich habe eine Erkältung, also füge ich eher mal Thymian oder Ingwer dem Essen hinzu. Ich leide unter einer Entzündung im Körper, dann wähle ich Chili, Knoblauch oder Kurkuma, um der Entzündung entgegenzuwirken. Das ist einfach genial. In meinem Buch „Vegan mit Familie – geht doch!“ finden Sie viele Rezepte, die eine einfache Grundlage haben, aber durch unterschiedlichste Gewürze zu einer wunderbaren Geschmackskomposition werden, die Sie begeistern wird.


Aber werde ich vom Gemüse denn nun wirklich satt? Je nachdem, welches Gemüse Sie zu sich nehmen, enthält dies zahlreiche Ballaststoffe, die zum einen sättigen und zum anderen Ihrem Verdauungsapparat zugute kommen.

Folgendes sollten Sie zunächst bei jeder Malzeit berücksichtigen: Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Glucosespeicher nicht mit falscher Nahrung kurzfristig extrem füllen, so dass der Körper Massen an Insulin produzieren muss, um die Glucose zu den Zellen bringen zu können. Denn wenn das der Fall ist, verlangt der Körper, wenn die Glucose abtransportiert wurde, schnell Nachschub. Essen Sie z. B. häufig zuckerhaltige Lebensmittel wie Schokolade, Kuchen, o. ä. treibt das den Glucosspiegel kurzfristig extrem in die Höhe, wie fühlen uns energiegeladen. Leider geht die Kurve dann genauso schnell wie sie angestiegen ist auch wieder nach unten. Man muss sich das so vorstellen: unser Köper benötigt für zig verschiedene Prozesse im Körper (Bewegung, Verdauung, etc.) Glucose, um den „Motor“ anzutreiben. Der Körper braucht aber nicht von jetzt auf gleich Massen an Glucose, sondern immer mal wieder etwas. Das, was der Körper jetzt benötigt, wird vom Insulin in die Zellen gebracht, was er nicht benötigt, in den Fettzellen gespeichert, für schlechte Zeiten... Diese Zeiten kommen aber meist nicht, so dass man zum einen an Gewicht zulegen wird, wenn man dem Körper zuviel Glucose zumutet. Erlebt unser Körper dauerhaft eine solche Glucoseflut, kann es irgendwann passieren, dass die Zellen diese nicht mehr aufnehmen. Sie machen dicht. Das Insulin steht nun dumm da mit seiner Glucose im Gepäck. Die Bauchspeicheldrüse denkt nun aber: da ist ja immer noch Glucose im Blut. Produzieren wir mal mehr Insulin, damit das auch abtransportiert werden kann. Und damit ist auch schon der Weg für eine Diabetes geebnet. Daher sollte man beim Essen also auch immer

darauf achten, dass man möglichst wenige bis gar keine Nahrungsmittel zu sich nimmt, die den Glucosehaushalt dermaßen durcheinanderbringen.


Essen Sie als Beilage zum Gemüse doch lieber mal Reisnudeln, Kichererbsen- oder Sojanudeln, Kartoffeln, ungeschälten Reis oder selbstgebackenes Brot. Viele Ballaststoffe sind auch in Hülsenfrüchten enthalten, so dass diese sehr gut sättigen und eine ideale Beilage oder Hauptmalzeit darstellen. Wenn Sie Hülsenfrüchte nicht gut vertragen, können Sie diese einen Abend vor dem Verzehr einweichen oder auch ankeimen lassen (viele Schwangere haben mit Hülsenfrüchten Probleme).


Ansonsten habe ich Quinoa als geniale Beilage oder Hauptmalzeit für uns entdeckt. Es enthält alle neun essentiellen Aminosäuren (für Muskelaufbau und Erneuerung der Zellen), krankheitsbekämpfende Antioxidantien, ist glutenfrei und reich an Mineralien; die Kohlenhydrate haben einen niedigen glykämischen Index (erhöhen den Glucosewert nicht so stark), und zusätzlich ist es auch noch reich an Vitaminen, Proteinen, Eiweißen und Ballaststoffen. Da sollten Sie auf jeden Fall einmal einige meiner Rezepte aus diesem Buch ausprobieren.Ich hoffe, mit diesem kleinen Exkurs konnte ich meinen Weg zur veganen Ernährung etwas besser verdeutlichen und einige Vorurteile wiederlegen, wie z.B. der angeblichen Mangelernährung von Veganern. Ich will hier auch keinen zum Veganismus bekehren. Ich denke aber, wenn Sie die Rezepte aus diesem Buch einmal längere Zeit ausprobiert haben, werden Sie über kurz oder lang automatisch weniger Fleisch und Milchprodukte zu sich nehmen, bzw. vielleicht auch den Weizenkonsum reduzieren. Denn ich garantiere Ihnen, Sie werden sich wesentlich besser fühlen, fiter, ausgeruhter mit weniger Schlafbedürfnis. Ich konnte das am eigenen Leib erfahren und stelle auch fest, dass wir alle kaum noch krank sind, und die Kinder sich in der Schule besser und länger konzentrieren können.



Wichtig finde ich immer, dass man die Familie nicht mit Gewalt zu den neuen Essgewohnheiten zwingt, damit ruft man eher Gegenwehr hervor. Natürlich essen meine Kinder mit Freunden auch mal einen Burger oder Pommes. Und auch wir Eltern essen ab und an Fleisch, wenn das auch mit jedem Monat weniger wird, weil es uns nicht mehr so gut bekommt.


Von meinen Freundinnen höre ich oft, dass die Männer mit veganer Ernährung die meisten Probleme haben. Ein echter Mann ißt Fleisch, um Muskeln aufzubauen, und Veganer sind „Weicheier“... so heißt es dann meist. Ein Wegbereiter der veganen Ernährung wie Attila Hiltman zeigt uns hier jedoch, dass man auch als Mann, der sich vegan ernährt, durchaus sportlich und muskulös sein kann. Zudem altert man langsamer, was für Männer in der Midlife-Crisis schon mal ein gutes Argument sein kann, genau wie der schrumpfende Bierbauch und das geringere Risiko an Krebs zu erkranken.

Also: locker bleiben, der Familie einfach mal ein paar der Gerichte aus diesem Buch anbieten, und dann schauen, wie sich die Ernährung weiter entwickelt. Ich bin mir sicher, dass das wird!

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