Haare waschen ohne Chemie

Selbstexperiment gestartet



Anfang 2018 startete ich das Experiment: Haare waschen ohne Chemie. Ich hatte dafür zunächst gesundheitliche Gründe. Eine hormonell bedingte Brustkrebserkrankung veranlasste mich dazu, mein Leben einmal um 180 Grad zu drehen, da ich mir den Tumor zwar habe wegoperieren lassen, jedoch weitere Behandlungen abgelehnt habe. So habe ich nicht nur meine Ernährung umgestellt, sondern auch versucht, auf Chemie aus der Kosmetik komplett zu verzichten. U.a. in Shampoos sind nicht nur häufig krebserregende Mittel enthalten, sondern auch Stoffe, die Einfluss auf unseren Hormonhaushalt nehmen.


Gesagt getan fragte ich Google und eine Bekannte, die selbst bereits seit Monaten ohne Shampoo auskommt.


Fakt eins ist, dass man erst einmal die Chemie aus seinen Haaren bekommen muss. D.h. hier hilft am besten Natron. Das bekommt Ihr ganz normal in der Backabteilung Eures Lebensmittelhändlers oder in Großpackungen bei ebay und Co. Bei dieser Haarwäsche muss ich Euch schon mal warnen, denn da die heutigen Shampoos unsere Haare zumindest optisch verschönern sollen, werdet Ihr nach der mehrmaligen Wäsche Eurer Haar in seinem Ursprungszustand sehen, d.h. es ist vielleicht dünn, mit Spliss, statisch... Aber keine angst, das ändert sich im Laufe der Wochen wieder. Da muss man etwas Durchhaltevermögen haben.


Das Waschen mit Natron macht Ihr folgendermaßen:


3 EL Natron und etwas Wasser werden zu einer Masse gemischt, die der Konsistenz von Shampoo ähnelt. Die Masse massiert Ihr vorwiegend in die Kopfhaut ein, lasst sie ein paar Minuten einwirken und wascht das Haar dann gründlich aus.


Wichtig ist nun die Rinse danach (Warum man das Rinse nennt, habe ich ehrlich gesagt nicht verstanden :-)). Hierzu mischt Ihr 1-3 EL Apfelessig (Zitronensaft geht auch; das soll sogar die Haare etwas aufhellen) mit einem Liter kaltem Wasser (wirklich kaltes Wasser!). Die Rinse dient dazu, den PH-Wert der Haare wieder in Richtung sauer zu transformieren (da Natron basisch ist, würde das die Haare auf Dauer schädigen).


An dieser Stelle kommt der Fehler, den ich gemacht habe: Ich habe nämlich gedacht, ich könnte die Haare einfach dauerhaft mit Natron waschen... und das war keine gute Idee. Meine Haare wurden nämlich zunehmend trocken und ließen sich kaum noch vernünftig föhnen. Daher mein Tipp für Euch: Macht nur ein paar Wäschen mit Natron, bis Ihr das Gefühl habt, dass der Ursprungszustand Eurer Haare erreicht ist.


Nun gut. Die Chemie ist raus. Aber womit wäscht man nun weiter? Es gibt ja einige Hardcore-Kanditaten, die ihre Haare einfach nur noch mit Wasser waschen. Dafür muss man aber gewöhnlich durch ein paar Wochen fettiger und unansehnlicher Haare durch. Da ich beruflich auch viel Kontakt mit Menschen habe, war das für mich keine gute Option. Ich habe es daher mal mit Roggenmehl versucht, von dem ich gelesen hatte, dass es sich anwenden ließ wie Shampoo.


Experiment Roggenmehl:


Für das Waschen mit Roggenmehl mischt Ihr etwa 2-4 EL Mehl mit soviel Wasser, bis eine shampooähnliche Konsistenz entsteht. Die Masse verwendet Ihr dann wie ganz gewöhnliches Shampoo und lasst es, genau wie das Natron, ein wenig einwirken. Wichtig ist hier, dass man wirklich sehr gründlich ausspült. Und auch hier wird am Ende die o.g. Rinse verwendet. Dadurch wird das Haar (einigermaßen) leicht kämmbar. Hier liegt nämlich für mich der große Nachteil des Roggenmehls. Die Haare werden sehr fest (Festiger braucht da keiner mehr :-)), und das Haar lässt sich nach der Wäsche nicht so gut durchkämmen. Ausserdem streuseln immer noch Reste des Mehls beim Föhnen auf die Schulter... Auch nicht so optimal.


Aber in Summe muss ich zugeben, waren die Haare auf jeden Fall sauber und überhaupt nicht fettig. Aber so richtig zufrieden war ich immer noch nicht.


Neue Variante Haarseife:


Ich fand heraus, dass viele von Haarseife schwärmten. Also, was sollte passieren? Zurück zur chemischen Keule wollte ich auf keinen Fall. Ich fand eine Bioseife, die gute Kritiken im Internet hatte und bestellte sie einfach mal. Ich muss sagen, ich bin bis heute sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Das waschen ist ähnlich wie mit Shampoo, aber auch hier muss man am Ende die Rinse über die Haare gießen. Ungewohnt ist es, dass die Haare beim Ausspülen leicht stumpf werden. Das hat sich nach der Rinse aber wieder erledigt. Der Geruch des Essigs verfliegt übrigens sehr schnell.


Fazit:


Natron kann man wirklich nur für den Anfang empfehlen, Roggenmehl finde ich für lange Haare eher unpraktisch, weil sie zu schwer kämmbar werden, und zu viele Mehlreste selbst nach gründlichem Waschen aussehen, als hätte man Schuppen. Mein Favorit dieses Experiments bleibt daher die Haarseife. Aber, testet gerne mal selbst. Auf jeden Fall kann man sehr gut ohne Chemie auf den Haaren auskommen.


Wer die Arbeit scheut oder einfach keine Zeit dafür findet, tut sich und der Umwelt einen Gefallen mit der Naturkosmetik von Ringana. https://wohlfuehlkost.de/pure-frische/

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