Laktoseintoleranz. Noch ein Grund mehr, auf Milch zu verzichten

Das Wort Laktoseintoleranz kennt inzwischen fast jeder, aber so richtig wissen viele nicht, was es bedeutet, bzw. woher diese Intoleranz überhaupt kommt. Es handelt sich hierbei um die fehlende Produktion des Enzyms Laktat, das für den Abbau der Laktose, als dem Milchzucker, zuständig ist. Tatsächlich kann man eher die Menschen als „normal“ bezeichnen, die eine solche Intoleranz haben, denn grundsätzlich wird das Laktat nach der Stillzeit gar nicht, bzw. kaum mehr benötigt. Aus diesem Grund lässt die Produktion ca. ab dem 4. Lebensjahr stark nach. Menschen mit einer Intoleranz leiden meist unter Blähungen, Unwohlsein, Bauchschmerzen oder einer Verschleimung der Atemwege. Viele erkennen diese Symptome zunächst gar nicht als Laktoseintoleranz.

Eine Laktoseintoleranz kann also ein wichtiger Grund sein, auf Milch zu verzichten. Doch seit ich die China Study von Cambell und Cambell gelesen habe, gibt es noch einen weiteren Grund für mich, auf Milch zu verzichten.


T. Colin Campbell startete mit Kollegen Versuchsreihen mit Ratten, bei denen er Aflatoxin verabreichte, ein Pilzgift, das u. a. in Nüssen und Nussprodukten auftaucht. In zahlreichen Tierversuchen konnte belegt werden, dass Aflatoxine Leberschäden, bis hin zu Leberkrebs verursachen können. Aflatoxin ist also ein als hoch einzustufendes Karzinogen. Dieses bekamen die Ratten nun zu essen, so dass man annehmen sollte, dass sie unweigerlich anfälliger für Krebs sein sollten. Die erste Gruppe Ratten bekam zusätzlich Kasein zu fressen, das zu 87 % das Kuhmilchprotein ausmacht. Die zweite Gruppe bekam stattdessen ein pflanzliches Protein. Die Aflatoxinbelastung war bei beiden Gruppen gleich stark. Ratten leben normalerweise ca. 100 Wochen, so dass die Versuchsreihe für die Dauer von etwa 2 Jahren durchgeführt wurde, um gesicherte Ergebnisse zu erhalten. Das Ergebnis war aussagekräftig: Alle Tiere, die Aflatoxin erhielten und mit 20 % Kasein gefüttert wurden, starben nach 100 Wochen bzw. waren an Leberkrebs erkrankt. Die Ratten, die nur etwa 5 % Protein erhalten haben, erfreuten sich auch nach 100 Wochen noch bester Gesundheit und gingen sogar freiwillig auf das Laufrad, während die mit Kasein gefütterten Ratten sehr träge und inaktiv waren. Die gleichen Experimente wurden mit 20 % Soja- bzw. Weizenprotein gemacht, waren aber ohne ein positives Ergebnis hinsichtlich Leberkrebs. Diese Experimente führten T. Colin Campbell und seine Kollegen mehrfach durch und stellten fest, dass sie den Krebs quasi ein- und ausschalten konnten, je nachdem wie hoch die gefütterte Proteinmenge war. Das erscheint mir als ein beachtenswertes Ergebnis und nur ein Beispiel dafür, welchen großen Einfluss die Ernährung auf den Körper hat, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne.


Nun gibt es aber auch noch das Argument, dass wir das Kalzium aus der Milch für unsere Knochen und Zähne benötigen zur Vermeidung von Osteoporose.


Hierzu möchte ich Ihnen Folgendes erläutern: Amerikaner konsumieren beispielsweise mehr Kuhmilch als Bewohner anderer Länder. Trotzdem weisen Frauen ab 50 in Amerika die höchste Rate an Hüftfrakturen (ein Indikator für Osteoporose, eine Knochenerkrankung, die häufig Frauen in der Menopause ereilt) weltweit auf. Wie passt das zusammen? Die Gefahr, an Osteoporose zu erkranken, wird laut Medizin, durch eine mangelhafte Aufnahme von Kalzium verstärkt.

Nach einem Bericht von Forschern der Medizinischen Fakultät Yale aus dem Jahre 1992, so Campbell und Campbell in ihrem Buch, führt Tierprotein (im Gegensatz zu pflanzlichem Protein) zu einem Säureüberschuss im Körper. Das heißt, Blut und Gewebe werden säurehaltiger). Ein


saures Umfeld mag der menschliche Körper aber gar nicht, also fängt er an, dieses zu bekämpfen, und zwar mit Kalzium, einer sehr effektiven Lauge. Das Kalzium aus der Milch reicht dafür allerdings nicht, folglich entzieht der Körper dieses den Knochen. Am Ende braucht der Organismus also mehr Kalzium, um den Schaden des tierischen Proteins aus der Milch wiedergutzumachen, als die Milch enthält. Dass tierisches Protein einen Säureüberschuss verursacht, hat man übrigens bereits in den 1880er Jahren festgestellt und 1920 auch dokumentiert. Im Jahre 2000 wurde dann eine Studie veröffentlicht, in der der Einfluss von pflanzlichem im Vergleich mit tierischem Protein im Zusammenhang mit der Anzahl von Knochenbrüchen erforscht wurde. Und auch hier war das Ergebnis sehr eindeutig und sprach gegen den Konsum von tierischem Protein.


Campbell und Campbell gehen in ihrem Buch noch auf zahlreichen weiteren Studien in diesem Zusammenhang ein. Ich kann daher jeder Leserin und jedem Leser, welche sich über das Thema näher informieren möchten, das Buch „China Study“ der beiden Autoren wärmstens ans Herz legen. Besonders hat mir gefallen, dass die Verfasser nicht hochwissenschaftlich erklären, sondern sehr nachvollziehbar und sympathisch schreiben.


An dieser Stelle sei festgehalten, dass ich mit meinen Ausführungen keinen meiner Leserinnen und Leser zum Veganer bekehren möchte. Aber ich würde mich freuen, wenn ich einige Menschen zum Nachdenken anregen könnte bzw. dazu, die eigenen Essgewohnheiten einmal genauer zu durchleuchten und gegebenenfalls etwas anzupassen. Vor allem unseren Kindern gegenüber haben wir die Verantwortung, sie nach bestem Wissen und Gewissen großzuziehen. Die Ernährung stellt einen großen Teil dieser Aufgabe dar.


Wenn ich nun aber meinen Freunden und Bekannten erzähle, dass wir so gut wie keine Milchprodukte mehr essen, kommt als Erstes der Spruch: „Ich kann auf meine Milch im Kaffee aber nicht verzichten.“ Hierzu muss ich sagen, dass es mittlerweile wirklich gute Milchalternativen gibt und diverse Sorten auch gut für den Kaffee aufschlagbar sind. Die Geschmäcker sind hier sehr verschieden. Der eine bevorzugt Sojamilch, der andere eher Hafer-, Kokos- oder Dinkelmilch. Testen Sie diese einfach mal.

Mittels Joghurtbereiter mache ich uns inzwischen auch den Joghurt selber. Hierzu benötigen Sie lediglich beim ersten Mal einen fertigen Joghurt als Grundlage wegen der Kulturen, oder Sie kaufen Joghurtkulturen einfach im Internet. Sie sparen dauerhaft Geld und haben einen wirklich gesunden und garantiert zuckerfreien Joghurt, den Sie nach Lust und Laune mit Obst verfeinern können.


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